Bisher war es nicht möglich, eine Peltonturbine (PT) in geschlossenen Systemen zu betreiben, da PT immer
einen freien Auslauf benötigen und keinen Gegendruck erzeugen können. Aus diesem Grunde wurde die
Gegendruck-Peltonturbine (GDPT) entwickelt. Bei der GDPT dreht das Turbinenrad in einem Druckluftpolster.
Letzteres verhindert die Flüssigkeitsreibung am Laufrad, reduziert Drucksstöße im Leitungsnetz, vereinfacht
die Durchflussregelung und baut vor allem den gewünschten konstanten Gegendruck auf.
Diese Technologie ermöglicht somit die Kombination der Vorteile der Peltonturbine und der Rückwärtslaufenden
Pumpturbine (RLPT). Einerseits kann der gute Wirkungsgrad sowie der variierbare Durchfluss auf einer großen
Bandbreite der PT genutzt werden und andererseits ist es möglich, am Austritt einen Gegendruck aufzubauen,
wie bei der RLPT. Die GDPT hat somit u.a. den großen Vorteil, dass sie in ein bestehendes Bauwerk installiert
werden kann, ohne das ein separates Turbinenhaus über dem Reservoir notwendig wird.
Die Gegendruck-Peltonturbine ist eine Eigenentwicklung der Blue-Water-Power AG und ihrer Partner. Das Laufrad
und die Becher werden für jede Turbine individuell berechnet und ausgelegt. Damit wird ein höchstmöglicher
Wirkungsgrad erreicht. Dieses Peltonrad ist auf einer separat gelagerten Welle montiert, in welche das
Generatorenwellenende eingesteckt werden kann. Die Wellenabdichtung vom Druckbehälter zum Umgebungsdruck
erfolgt mittels einer Gleitringdichtung.
Der Wasserstand im Druckbehälter wird kontinuierlich überwacht. Verschiedene vordefinierte Schalt- und
Alarmniveaus steuern den Lufteintrag und Luftaustrag. Dieser Lufteintrag erfolgt ohne Verbrauch von
Fremdenergie (kein Kompressor). Die auf ein notwendiges Minimum reduzierte Anzahl Sensoren in der GDPT
überwachen sich im Betrieb autonom. Sollte einer der voreingestellten Grenzwerte überschritten werden,
wird die Anlage heruntergefahren, indem die Düsennadel (im Notfall batteriebetrieben) schließt und der
Generator vom Netz getrennt wird. Auf Wunsch kann die GDPT auch mit einem hydraulisch betriebenen
Strahlablenker ausgerüstet werden, welcher im Bedarfsfall (ebenfalls ohne Fremdenergie) den Strahl vom
Peltonrad ablenkt.